Gebärmuttertumor - Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Viele Frauen entwickeln irgendwann in ihrem Leben Uterusmyome. Die meisten von ihnen sind gutartig, können jedoch erhebliche Beschwerden verursachen. Alles über Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung von Myomen.

Ein Myom ist ein gutartiger Muskelklumpen in oder auf der Gebärmutter. Etwa jede dritte bis vierte Frau entwickelt im Laufe ihres Lebens Myome, meist im Alter zwischen 25 und 50 Jahren. Die Tumoren treten einzeln oder in Gruppen auf und variieren in ihrer Größe – im Extremfall bis zu 20 Zentimeter.

Etwa die Hälfte der betroffenen Frauen lebt beschwerdefrei, dennoch sind Myome immer noch die Ursache für 60 Prozent aller Gebärmutterentfernungen. Allerdings ist es mit 0,3 Prozent sehr unwahrscheinlich, dass sich aus einem Myom ein bösartiger Tumor entwickeln kann

Wie bekommt man Myome?

Es ist nicht genau klar, warum Myome entstehen. Es ist bekannt, dass ein hormoneller Zusammenhang besteht, denn die Tumoren treten nur bei geschlechtsreifen Frauen auf. Vor der ersten Menstruation und nach der Menopause wachsen Myome nicht. Vorhandene Tumoren können dann bleiben, gehen aber meist zurück.

Nach derzeitigem Kenntnisstand sind es vor allem Östrogene, die das Wachstum stimulieren, insbesondere 17β-Östradiol. Unter den Gestagenen spielt auch das Gelbkörperhormon Progesteron eine Rolle. Ein genetischer Einfluss ist sehr wahrscheinlich – auch Töchter von Müttern mit Myomen bekommen mehr davon.

Was sind die Risikofaktoren?

  • Mellitus-Diabetes
  • Fettleibigkeit
  • Bluthochdruck
  • Alkohol
  • Rauchen
  • Ungesunde Diät
  • Einnahme von Hormonen

Welche Symptome weisen auf Myome hin?

Myome können eine Vielzahl von Symptomen verursachen, je nachdem, wo, wie groß und wie viele sie sind. Viele von ihnen sind zyklisch: Sie nehmen in den Tagen vor und nach der Menstruation zu. Meistens kommen Frauen wegen Blutungen und Schmerzen in die Arztpraxis.

Dieser Schmerz, oft begleitet von einem Druckgefühl im Unterbauch, tritt meist erst auf, wenn eines oder mehrere der Myome eine bestimmte Größe erreicht haben. Große Tumoren können auf Blase, Harnwege oder Darm drücken und deren Funktion beeinträchtigen. Manche Frauen spüren den Fremdkörper bei bestimmten Bewegungen, zum Beispiel beim Bücken oder beim Geschlechtsverkehr.

Was tun bei starken Schmerzen

Plötzliche und stechende Schmerzen im Unterbauch können auftreten, wenn der Tumor auf Nervenenden drückt. Es können starke Ischias- und Rückenschmerzen auftreten, auch Nieren oder Beine können betroffen sein. Starke Schmerzen treten auf, wenn sich ein Myom dreht oder sich löst. Dann kommt es häufig zu Blutungen und Betroffene sollten einen Arzt aufsuchen.
Ungewöhnliche Blutungen sind ein häufiges Symptom von Myomen. Sie können regelmäßig und dauerhaft (Hypermenorrhoe) oder unregelmäßig (Metrorrhagie) auftreten. In der Folge sind Anämie und Eisenmangel möglich und Myome verschlimmern häufig Menstruationsschmerzen (Dysmenorrhoe).

Komplikationen beim Kinderwunsch

Myome können eine Schwangerschaft erschweren oder sogar verhindern. Einerseits ist es möglich, dass Tumore in der Gebärmutterwand zu Komplikationen führen. Andererseits verursachen Myome, die sich in der Gebärmutterhöhle befinden, manchmal Fehlgeburten. Eine Schwangerschaft erhöht die Menge an Hormonen, die Tumore vermehren, und kann Schmerzen oder vorzeitige Wehen verursachen. Außerdem nimmt der Blutverlust durch Myome sowohl während der Geburt als auch während eines Kaiserschnitts zu.

Wie diagnostiziert ein Arzt Myome?

Da Myome oft keine direkten Symptome zeigen, diagnostiziert der Gynäkologe sie meist anhand der Symptome, einer Tastuntersuchung und Ultraschall (Sonographie), entweder transvaginal durch die Vagina oder transabdominal durch die Bauchdecke. Auf diese Weise sind die Tumoren deutlich zu erkennen und der Arzt kann ihre Größe und Ausdehnung messen. Besteht kein akuter Handlungsbedarf, kann auch beobachtet werden, ob sich die Myome im Laufe der Zeit verändern. Ein genaueres Bild liefert die Magnetresonanztomographie (MRT), selten eine Uterus- oder Laparoskopie (Hystero- oder Laparoskopie). Kleinere Myome können manchmal sofort entfernt werden.

Wie werden Myome behandelt?

Wenn der Patient keine Symptome hat, werden Myome beobachtet und nicht behandelt. Ansonsten richtet sich die Behandlung nach Lage, Größe und Symptomen. Auch das Alter der Betroffenen und die Familienplanung spielen eine Rolle. Handlungsbedarf besteht bei Schmerzen, Blutungen oder Anämie, multiplen Fehlgeburten oder Unfruchtbarkeit sowie übermäßigem Wachstum der Tumoren nach der Menopause (Klimakterium).

Müssen die Myome entfernt werden, ist heute der Standard bei jüngeren Frauen zu operieren. Bei älteren Frauen, die keinen Kinderwunsch mehr haben, geht der Trend weg von der Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) hin zu minimal-invasiven, die Gebärmutter erhaltenden Operationen.

Behandlung mit hormonellen Medikamenten

Eine Therapiemöglichkeit ist die Gabe von Hormonpräparaten aus der Gruppe der Gonadotropin-Releasing-Hormon-Analoga (GnRH-Analoga). Sie hemmen die Hormonproduktion in den Eierstöcken und rufen künstlich das Klimakterium hervor. Myome, die sich unter dem Einfluss von Östrogen entwickeln, schrumpfen. GnRH-Analoga haben spürbare Nebenwirkungen, da bei Patienten typische Wechseljahrsbeschwerden wie Trockenheit der Haut und Schleimhäute, Libidoverlust, Schlafstörungen und Hitzewallungen auftreten. Sie erhöhen auch das Risiko von Knochenschwund (Oseoporose). Diese Therapie wird jungen Frauen nicht empfohlen und sollte nicht länger als sechs Monate durchgeführt werden, zumal die Tumoren nach Absetzen des Präparats oft wieder wachsen.

Behandlungen ohne Operation

Die Behandlung mit einem Notfallverhütungsmittel, auch Pille danach genannt, ist relativ neu. Es kann Myome schrumpfen und Blutungen minimieren. Bei Behandlungspausen kann das Mittel drei Monate am Stück eingenommen werden, muss aber wegen der Gefahr von Leberschäden engmaschig überwacht werden.

Weitere Optionen sind die Embolisation der Uterusgefäße, bei der die Blutversorgung der Myome unterbrochen wird, und die Thermoablation. Hier erhitzen und zerstören Ultraschallwellen gezielt das Myom. Das Verfahren wird Magnetresonanztomographie-kontrollierter fokussierter Ultraschall (MRgFUS) genannt. Es ist nicht für alle Tumoren geeignet, hat aber in der Regel relativ wenige Nebenwirkungen.

Chirurgische Eingriffe bei Myomen

Wenn nicht zu viele Myome gewachsen sind und diese für eine Operation günstig gelegen sind, besteht die Möglichkeit, sie abzuschälen. Dies ist besonders für Frauen mit Kinderwunsch zu empfehlen. Bei der Myom-Enukleation entfernt der Arzt ein einzelnes oder mehrere Myome mit einem Bauchschnitt, durch die Vagina oder mit einer Laparoskopie.

Die andere Möglichkeit besteht darin, die Gebärmutter zu entfernen. Für manche Frauen ist eine solche Hysterektomie emotional schwer zu verkraften, während andere nach dem Ende ihrer Beschwerden eine Verbesserung ihrer Lebensqualität erfahren. Eine Beeinflussung der Libido nach einer Hysterektomie wird oft befürchtet, aber noch nicht nachgewiesen.

Die Operation wird wie die Myom-Enukleation laparoskopisch, durch die Vagina oder einen Bauchschnitt durchgeführt. Auch die kombinierte laparoskopisch assistierte vaginale Hysterektomie (LAVH) ist möglich. Bei Bedarf kann der Gebärmutterhals erhalten werden, aber normalerweise werden die Eierstöcke nicht gleichzeitig entfernt. Die Folgen einer Hysterektomie können ein Erschlaffen der Vagina und eine dauerhafte Blasenschwäche sein.