Bingens Fußballer werfen Oberligarivale Waldagesheim mit 6:5 aus dem Vereinspokal und revanchieren sich für die jüngste Ligaspielniederlage.

Waldalgesheims Konstantin Gänz (links) stoppt den Binger Myunkyu Seo.  Alemanne Felix Pauer beobachtet das Duell.  Foto: Edgar Daudistel

Waldalgesheims Konstantin Gänz (links) stoppt den Binger Myunkyu Seo. Alemanne Felix Pauer beobachtet das Duell.
(Foto: Edgar Daudistel)

BINGEN – Der Matchwinner war nicht überglücklich. Stattdessen musste Fabian Haas, Torhüter des Fußball-Oberligisten Hassia Bingen, das Geschehene erst einmal ruhen lassen. Nach turbulenten 120 Minuten und sechs Toren musste im Verbandspokalspiel zwischen Hassia und Alemannia Waldalgesheim im Elfmeterschießen entschieden werden – und Helden sind bekanntlich dort geboren.

Aber Haas fühlte sich nur als Held eingeschränkt. “Ich bin nicht mit einem sehr optimistischen Gefühl in das Spiel gegangen”, verriet er danach. Die Derby-Niederlage im Major-League-Spiel am vergangenen Sonntag hatte er noch zu sehr im Kopf. „Es hat viel auf uns geregnet. Es kann sein, dass ich etwas länger brauche, um so etwas zu verarbeiten, als es angemessen wäre. “Haas’ Gefühl sollte sich bestätigen, denn Hassia lag nach einem Freistoß von Linus Wimmer und Treffer Nummer zwei von Michael Widera schnell wieder 0:2 zurück, den Felix Pauer vorbereitet hatte. „Und dann braucht man eine Aktion, die einen zurück ins Spiel bringt“, sagte Hassia-Trainer Thomas Eberhardt in den Minuten vor der Pause, als Konstantin Gänz nach einem Abpraller von der Latte erstmals ein Eigentor erzielte (40.) und eine Minute später Dennis Esmaieli sogar ausgeglichen.

“Zwei Eigentore”, fasste Alemannia-Trainer Aydin Ay diese Aktionen zusammen, denn mit dem zweiten Tor “hätten wir die Situation sauber lösen sollen”. Die personellen Veränderungen bei Hassia waren zum Teil auf den Stress der vergangenen Wochen zurückzuführen, bei Stürmer Pierre Merkel seine Probleme mit Ischias.

Auch in Runde zwei sah Alemannia lange wie die sichere Siegerin aus. “Es war kein gutes Spiel für uns, aber es hat für jede Phase gereicht”, sah Ay Licht und Schatten. Julius Haas, der in der Abwehr den verletzten Daniel Braun ersetzen musste, köpfte nach einem Eckstoß zur neuen Führung.

“Aber wir haben heute geliefert, was wir können, jeder einzelne”, strahlte Baris Yakut, der wie Außenverteidiger Ioannis Vassiliou und Flügelspieler Myun-Kyu Seo enorm viel Arbeit hatte und in der Nachspielzeit aus spitzer Winkel Verlängerung deutlich gemacht.

Damit startete Bingen in Unterzahl: Nach einer Kollision mit Alemannia-Keeper Felix Basting wurde Mahdi Mehnatgir verletzt. „Er wollte unbedingt wieder einsteigen, obwohl ihm schwindelig wurde. Aber dieses Risiko wollten wir nicht eingehen“, erklärte Eberhardt. Zur Sicherheit wurde sogar ein Krankenwagen gerufen. „Die Sanitäter haben mich untersucht, alles war in Ordnung“, gab Mehnatgir später Entwarnung. Die Zahlenbalance wurde nach Gelb-Rot gegen Konstantin Gänz (100.) wiederhergestellt. Und das stimmte auch mit Ays Einschätzung überein: „Wir haben Bingen immer wieder am Leben erhalten. Bingen hat das Spiel nicht gewonnen, wir haben es verloren. Es hat heute keinen Spaß gemacht. ”

Fabian Haas hatte mehr Spaß und hatte auch positive Erinnerungen an seine früheren Elfmeterschießen: „Ich habe immer mindestens ein Elfmeterschießen abgewehrt und meistens verfehlt. Aber drei zu halten war etwas Neues. „Sein Gegner, Pascal Reichert, der den verletzten Basting ersetzte, rettete ebenfalls zwei Elfmeter – nur fünf von insgesamt zwölf Elfmetern wurden verwandelt. „Der Sieg hat uns wieder näher zusammengebracht“, freute sich Eberhardt, der sich nun auf das bevorstehende Heimspiel gegen Spitzenreiter Trier freut: „Wir haben nichts zu verlieren.“ Ay und seine Alemannen fahren am Samstag zu den Sportfreunden Eisbachtal: “Ich bin mir sicher, dass wir dort ein gutes Spiel haben werden.”

Hassia Bingen: Haas – Vassiliou, Radschuweit (46. Roumeliotis), Hohns, Amoako – P. Haag – Mukamba (46. Y. Haag), Yakut, Yüksel (46. Mehnatgir), Seo – Esmaieli (77. Neal).

SV Alemannia Waldalgesheim: Basting (81. P. Reichert) – K. Gänz, Braun (35. J. Haas), F. Haas – Pauer, Schmitt, Manneck, Siegert – Bilotta (59. Gräff), Wimmer (63. P .) .Gänz) – Widera.

Elfmeterschießen: 4:3 Yakut, Haas hält gegen Manneck, 5:3 Neal, 5:4 J. Haas, Reichert hält gegen Roumeliotis, Haas hält gegen Widera, Reichert hält gegen Y. Haag, Siegert schießt, Hohns schießt, 5:5 Gräff, 6:5 Vassiliou, Haas hält gegen P. Gänz.