Papst würdigt kritischen Journalismus - mit Schmerzen |  Aktuelle Welt |  DW

Das Oberhaupt der katholischen Kirche hat kritische Reporter in ihrer Arbeit ermutigt. Papst Franziskus ermutigte Reporter, “wohin zu gehen, wo niemand hin will, um die Wahrheit zu bezeugen”. Er äußerte sich bei einem Gebet im Vatikan anlässlich des Festtages des Heiligen Franz von Sales (1567-1622), der als Schutzpatron der Journalisten gilt.

Zuvor hatte der Papst eine Botschaft für den diesjährigen Katholischen Mediensonntag veröffentlicht. Darin bedankte er sich für den Mut und das Engagement so vieler Medienschaffender, die oft unter großen Gefahren arbeiteten. Konkret warnte Francis vor „Second-Hand“-Journalismus, wenn Reporter nicht mehr „mit ihren Schuhen laufen“ auf der Straße. Mutige Reporter in Krisengebieten seien dagegen ein Gewinn für die Demokratie, betonte der Papst. Wachsame Stimmen beklagen seit langem die Gefahr einer Abflachung durch “gegenseitiges Kopieren” in vielen Mediengattungen.

Papst leidet an Ischias-Anfall

Mit keiner Silbe erwähnte der 84-Jährige seine neue Ischiasattacke, eine äußerst schmerzhafte Nervenreizung, die von den Lendenwirbeln in die Beine ausstrahlt. Die Klagen sind offenbar stark genug, um das Kirchenoberhaupt zur Absage von Terminen zu zwingen. Es war das zweite Mal innerhalb von vier Wochen, dass er so arbeitsunfähig war.

Der Papst wurde am Sonntag von Erzbischof Rino Fisichella im Petersdom vertreten

Am Samstagabend teilte ein Sprecher mit, der Papst könne die für Sonntag geplante Messe nicht im Petersdom feiern. Es war der Sonntag des Wortes Gottes, ein von Franziskus eingeführter Wahlkampftag. Er hatte die Predigt vorbereitet. Erzbischof Rino Fisichella, Präsident des Rates für die Neuevangelisierung, überreichte sie ihm und leitete den Gottesdienst.

Franziskus litt zuletzt in der Silvesternacht an Ischias, deshalb blieb er der Thanksgiving-Vesper am Jahresende und der Neujahrsmesse fern. Es war das erste Mal, dass er als Papst größere Zeremonien übersprang.

nob/wa (kna, dpa)