Schmerzen lindern durch gezielte Übungen

Der Ischiasnerv verursacht bei vielen Menschen Beschwerden – ist er beispielsweise entzündet, können starke Kreuzschmerzen auftreten. Lesen Sie hier mehr über die Ursachen und Symptome von Ischiasproblemen und wie Sie Schmerzen vorbeugen und entgegenwirken können. Und was sollten Schwangere beachten?

Wo liegt der Ischiasnerv und welche Symptome haben Sie?

Der Ischiasnerv ist Teil eines Nervengeflechts, das sich von den Lendenwirbeln bis zu den Beinen erstreckt: Auf Höhe des vierten Lendenwirbels (also im Bereich des unteren Rückens) tritt er aus dem Wirbelkanal und von dort aus erstreckt sich über die Hüften und die Rückseite der Oberschenkel bis zur Kniekehle nach vorn. Ischias-Symptome können daher verschiedene Körperstellen betreffen: Neben Rücken- oder Kreuzschmerzen sind auch Schmerzen in den Beinen möglich.

Patienten verspüren auch regelmäßig Kribbeln oder Taubheitsgefühl im Bein. Schmerzen im unteren Rücken werden in der Regel durch Niesen, Husten oder Beugen der Wirbelsäule verschlimmert.

Mögliche Ursachen für Ischiasschmerzen

Ischiasschmerzen sind oft auf einen eingeklemmten Ischiasnerv zurückzuführen, der oft durch einen Bandscheibenvorfall verursacht wird. Aber auch ein verengter Wirbelkanal oder Veränderungen der Wirbelbogengelenke durch Arthrose können zu einem eingeklemmten Nerv führen. Ein weiterer möglicher Grund kann eine Wirbelsäuleninstabilität sein, die als Wirbelgleiten bekannt ist.

Außerdem kann eine Ischiasentzündung die Ursache sein. Dies kann durch verschiedene entzündliche Prozesse im Körper verursacht werden. Ein Beispiel hier ist Gürtelrose. Laut dem Gesundheitsportal „Onmeda“ kommt es jedoch seltener zu einer Entzündung des Ischiasnervs als zu einer Einklemmung.

Ischiasnervschmerzen vorbeugen

Grundsätzlich ist regelmäßige Bewegung zur Vorbeugung von Ischias zu empfehlen. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie im Alltag viel sitzen, da beispielsweise Bandscheibenprobleme durch häufiges und langes Sitzen begünstigt werden können. Laufen oder Walken sind besonders gute Sportarten, um das Sitzen auszugleichen. Empfehlenswert ist auch ein Krafttraining für Rücken und Bauch – so stärken Sie die Muskulatur in diesen Körperbereichen und beugen so Beschwerden vor.

Zwei Ischias-Übungen: nach vorne strecken

Nach dem Laufen oder Gehen sollten Sie vor allem die Hüftbeuger und die hinteren Oberschenkel dehnen – das beugt Muskelverkürzungen vor und stabilisiert gleichzeitig das Becken. Sie können auch Schmerzen lindern, indem Sie den Lendenbereich sanft dehnen. Die folgenden Dehnübungen zeigen Ihnen, wie es geht:

  1. Hüftbeuger: Stellen Sie sich zunächst in eine einbeinige Knieposition und verlagern Sie dann Ihr Körpergewicht auf das Vorderbein. Das hintere Bein wird gestreckt, das Becken rutscht nach unten und vorne. Spannen Sie die Bauchmuskulatur an, indem Sie den Bauchnabel einziehen: So beugen Sie einem Hohlkreuz vor. Dehnen Sie bei dieser Übung den Hüftbeuger des hinteren Beins. Dann wechsle und dehne die andere Seite.
  2. Hintere Oberschenkelmuskulatur: Legen Sie sich dazu flach auf den Rücken und halten Sie mit den Händen den linken Oberschenkel fest. Ziehen Sie Ihr linkes Bein langsam zum Oberkörper, während Sie es strecken. Das rechte Bein bleibt gestreckt auf dem Boden. Nach einer kurzen Dehnung wiederholen Sie die Übung mit dem anderen Bein.
  3. Lendenbereich: Legen Sie sich flach auf den Rücken vor einen Stuhl, heben Sie dann die Beine an und legen Sie die Unterschenkel auf die Sitzfläche des Stuhls. So dehnen Sie den Bereich der Lendenwirbel sanft und entlasten ihn gleichzeitig.

Behandlung von Ischiasschmerzen

Nach Angaben der “Apotheken Umschau” kann die Behandlung von Ischiasbeschwerden in besonders schweren Fällen neben einer konservativen Schmerzlinderung durch Medikamente auch eine Operation umfassen. Darüber hinaus helfen begleitende Ischiasübungen, die Schmerzen zu lindern.

Lindern Sie die Schmerzen durch vorsichtige Bewegung: Während sich die Schmerzen im Sitzen oder Liegen oft verschlimmern, kann beispielsweise Gehen entspannend wirken.

Ischias in der Schwangerschaft: oft ein Sonderfall

Ischias während der Schwangerschaft kann unter anderem durch eine Entzündungsreaktion des Ischiasnervs ausgelöst werden. Dies liegt oft daran, dass sich durch das heranwachsende ungeborene Kind verschiedene anatomische Strukturen im Körper der Schwangeren verschieben. Drücken diese auf den Ischiasnerv, treten die oben beschriebenen Symptome auf.

Auch das ungeborene Kind selbst kann auf den Nerv drücken und Beschwerden verursachen. Schließlich wird während der Schwangerschaft die Gesäßmuskulatur stark beansprucht, was auch Ischias-Symptome verursacht. Darüber hinaus kann Ischias während der Schwangerschaft auch eine der anderen oben aufgeführten Ursachen haben – zum Beispiel einen Bandscheibenvorfall.

Ischiastherapie in der Schwangerschaft

Die Art der Therapie richtet sich nach der Schmerzursache. Schwangere sollten daher in jedem Fall den Arzt aufsuchen, um die Gründe und damit das weitere Vorgehen abzuklären. Liegt die Ursache in der Schwangerschaft selbst, können verordnete Massagen oder Kompressen die Beschwerden lindern. Auch sanfte Bewegungen oder vorsichtige Dehnübungen helfen gegen akute Schmerzen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen in keinem Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht dazu verwendet werden, eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen einzuleiten.