Alltagsfrage

“Autsch, mein Ischias macht wieder Probleme!”

Schon die alten Griechen kannten dieses quälende Problem, vermuteten die Hüfte als Ursache des Problems und nannten daher die Krankheit Ischias, was „Hüftschmerzen“ bedeutet. Aber stimmt das? Oder was genau ist dieser Ischias?

BILD weiß es.

Der Ischias ist ein Nerv – der größte und dickste Nerv in unserem Körper – durch den die Hälfte aller unserer Nervenimpulse geht. Ist er gereizt oder eingeklemmt, reagiert er heftig: Vom Gesäß ausgehend strahlen langweilige Schmerzen meist in die Beine aus, manchmal bis zu den Füßen (Ischias).

Das Ausmaß des Leidens ist ganz unterschiedlich: „Während manche Menschen nur leichte Schmerzen oder ein Kribbeln verspüren, können sich andere kaum bewegen“, erklärt Professor Dr. Sven Ostermeier, leitender Orthopäde und Unfallchirurg an der Gelenkklinik Gundelfingen.

Wer ist besonders gefährdet?

Sie tritt besonders häufig bei Rauchern und (großen) Menschen in der zweiten Lebenshälfte auf, auch Stress und schwere körperliche Arbeit erhöhen das Risiko.

Was verursacht Ischias?

Oft sind Muskelverspannungen durch Abnutzung oder Bewegungsmangel, meist aber ein Bandscheibenvorfall die Ursache. Bei Blasen- oder Darmproblemen, Taubheitsgefühl oder Lähmung ist sofortige Hilfe erforderlich.

Bewährte „Erste Hilfe“-Maßnahme: Legen Sie sich flach auf den Rücken, heben Sie die Beine an und legen Sie die Unterschenkel auf einen Stuhl, bis der Schmerz nachlässt.

Auch Wassergymnastik, moderates Gehen oder Laufen helfen oft, die Lendenwirbel zu entlasten. Hilfreich sind auch entzündungshemmende Mittel oder Wärmeanwendungen (Heizkissen, Wärmflasche unter dem Pool). Eisanwendungen und Bettruhe sind schädlich, wie in der Vergangenheit oft verordnet.

In den meisten Fällen verschwinden die Symptome jedoch nach einiger Zeit von selbst. Wenn die Schmerzen nach zwei Tagen nicht verschwinden, gehen Sie zum Orthopäden!